
Karl Bösl
und Oskar Duschinger verbindet eine jahrelange tiefe Freundschaft |
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Mittelbayerische
Zeitung vom 17.11.1999
Zwei Heimatschriftsteller lassen Geschichte lebendig werden
Oskar Duschinger und Karl Bösl stellen in Nittenau
ihr neues Buch vor
NITTENAU/BRUCK
(ts). Geschichte „hautnah“ erlebt werden kann bei einem Vortrag
des Autorenduos Oskar Duschinger und Karl Bösl am Donnerstag im
„Haus des Gastes“. Die Autoren, die aus Bruck und Burglengenfeld
stammen, stellen ihr neues Buch „Im Fadenkreuz des Krieges“ vor,
das in ergreifender Weise den verzweifelten Überlebenskampf eines
oberpfälzer Marinesoldaten schildert.
"Der
Vortrag ist so konzipiert, dass wir die Zuhörer anhand des Buches
in die Geschichte einführen“, erzählt Oskar Duschinger im Gespräch
mit der MZ.
Der
40-jährige Lehrer und Buchautor aus Bruck wird Passagen aus dem
Buch vorlesen, während der 77-jährige Heimatschriftsteller Bösl
traurige und amüsante Erlebnisse aus seinem Leben schildern wird.
„Im Fadenkreuz des Krieges“ beruht auf den Tagebucheintragungen
und Erinnerungen des Burglengenfelders.
Abgerundet wird der Vortragsabend, der vom Volksbildungswerk veranstaltet
wird, durch eine Ausstellung, die Fotos aus dem Dritten Reich aus
dem Besitz von Bösl zeigt. Gern stellen sich die Autoren nach
ihrem Vortrag auch den Fragen ihrer Zuhörer. „Nur wer die eigene
Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und mithelfen,
die Zukunft besser zu gestallten“, begründete Duschinger das Engagement
der beiden Autoren. Bereits seit zehn Jahren arbeiten die Heimatschriftsteller
zusammen, ihr regionaler Bestseller „Aus meiner Schulzeit“ erschien
1989. In ihrem neuesten Werk wird der zweite Weltkrieg aus der Sicht
des Marinesoldaten Bösl noch einmal lebendig. Verzaubert von den
Bildern jubelnder Südseeschönheiten und aufgewühlt von zackigen
Marschklängen zog es den blutjungen Oberpfälzer zu Kriegsmarine.
Grausamkeiten des Krieges
Doch im Bombenhagel der Flugzeuge und in den Gefangenenlagern wurde
ihm bald jeder Stolz geraubt. Geschunden kehrte Bösl 1948 aus der
Gefangenschaft in seine Heimatstadt Burglengenfeld zurück. Zwischen
den Grausamkeiten des Krieges wissen die Autoren aber auch so manches
Vergnügliches zu erzählen, beispielsweise wenn den Nordlichtern
unter den Offizieren wieder einmal der Sinn danach stand, einen
Bayern lächerlich zu machen: „Wie viele Knödelfresser aus Bayern
sind hier im Raum? Alle raustreten, damit wir diese Exoten von Jodlern
bewundern können“. Für die beiden Autoren ist die Thematik des Buches
„aktueller denn je“. Ihr Buch ist keine wissenschaftliche Abhandlung,
dennoch haben Duschinger und Bösl akribisch genau gearbeitet.
In zweijähriger intensiver Arbeit wurden Orte und Daten überprüft,
Fragmente des Tagebuches in unzähligen Stunden wieder zusammengesetzt.
Das Ergebnis ist ein 231-seitiges Werk, das schon zahlreiche Leser
begeistert hat. So erhielt Bösl vor kurzem Besuch von einem Hotelbesitzer
aus dem Schwarzwald, der das Buch in Regensburg gekauft hatte. „Ihr
Werk hat mich stark fasziniert, was Sie aufgeschrieben haben, habe
ich genauso erlebt“, so der begeisterte Leser. Auch am Donnerstag
ab 20 Uhr werden die beiden Autoren ihre Zuhörer faszinieren.Der
Eintritt ist frei. Das Buch ist zu einem Preis von 29,80 DM bei
allen Buchhandlungen der Region sowie beim Laßleben -Verlag in Kallmünz
erhältlich. Eine Mark pro verkauftes Buch spenden die Autoren den
Opfern des Kosovo-Krieges.
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